Ganz neue Wege beschritt die 2. Mannschaft. Nachdem sie schon während der hinter ihr liegenden Saison durch das Tragen von grauen Sporthosen - einen schönen Gruß an alle "Grauen Panther" - äußerlich darauf hinwies, daß sie nicht mehr dem jungen Eisen angehört, verzichtete sie nunmehr auf den traditionellen Campingurlaub. Nun sollte ein Dach über den Kopf der betagten Herren. Und dies verbunden mit einem Kurzurlaub, am besten im Hotel. Organisator Jo hatte schon im Januar reichlich Prospektmaterial besorgt. Nach kurzer Beratung war unsere Entscheidung klar. Das Rennen hatte das "Rhön Park Hotel" gemacht. Die vielen bunten und vielversprechenden Bilderchen im Katalog gaben dafür den Ausschlag. Sowie die Erläuterungen zu "Knacki’s Showtime". Denn unter diesem Motto stand das Programm dieses Wochenendes.
Am Freitagmorgen traten also sechs Mann im komfortablen Böhringer-Kleinbus die Fahrt nach "Bayerisch-Kongo" an. Genauer gesagt ins Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen. Unser Fahrer Jo mußte schon eine sehr genaue Straßenkarte mitnehmen um unser Ziel zu finden und anzusteuern. Nach einer mehrstündigen Autobahnfahrt verließen wir die A7 an der Ausfahrt Wildflecken. Ehemalige Soldaten wissen hier schon Bescheid. Der Weg führte uns durch eine Reihe von Gemeinden, dem das KFZ-Kennzeichen NES (Neustadt an der Saale) zugeordnet war. Zudem beherrschte eine Reihe von Gaststätten mit der vielverspechenden Bezeichnung "Rhönlust" das örtliche Geschehen. Noch ein Paar Kurven und schon stand es vor uns. Das "Rhön Park Hotel". Ein gigantischer Bau inmitten unberührter Natur.
Es wurden uns die Zimmer 3453 und 3454 zugeteilt. Im Haus 34 auf der Ebene 5. Sonst noch Fragen? Wir brauchten eine halbe Stunde um jene Unterkünfte zu finden. Unterwegs trafen wir weitere Gruppen, die ziellos und fragend umherirrten. Schnell umgezogen und schon waren wir wieder draußen, denn groß war unsere Neugier die nähere Umgebung zu erkunden. Was lag da näher als einen Marsch auf die Rother Kuppe (700m ü. M.) zu unternehmen, lag sie doch in Sichtweite des Hotels.
Zahni allerdings zog es vor sein Laufpensum zu erledigen. Ein Langläufer weiß halt was er will. Die Wandergruppe dagegen machte sich ans Weizenbier und erledigte ihr Pensum. Später, beim Abendessen waren diejenigen im Vorteil, die gute geographische Grundkenntnisse aufweisen konnten. Im Raum "Leverkusen" wurde das kalte Büffett eingenommen, welches wir im Raum "Hannover" abräumten. Danach stand wiederum Sport auf dem Programm: Tischtennis. Die Ballwechsel verliefen aber nicht so elegant, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Und die meisten Schmetterbälle landeten sonstwo, nur nicht auf des Gegners Platte. Der mitgereiste Kaellmann hatte nun ein Einsehen und verwandelte sich für eine Viertelstunde in den Decker Andi. Er zeigte uns freundlicherweise, wie man Ping-Pong spielt.
Kennenlernnen der Bierbar stand am frühen Abend im Mittelpunkt unseres Interesses. Gegen 22.00 Uhr trafen dann unser Präsi und "Nesthäkchen" Hänf ein. Sie hatten tagsüber noch berufliche Verpflichtungen wahrnehmen müssen.
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Zur Begrüßung mußten sie erst einmal so einen sogenannten "Kugelmann" austrinken. Das ist eine kleine kugelrunde Flasche, mit fruchtigem Prozentigem gefüllt. In jener Gegend offenbar so etwas wie Kulturgut. Als nun das Oktett komplett war, ging’s rüber in die "Tanzbar Schapoklak". Hinter dieser harmlosen Bezeichnung verbarg sich eine Disco, in die fast alle Hotelgäste hineinströmten. Und das waren in der Tat nicht wenige. Dort wurden dann auch am ersten Abend die Energien bedingungslos verbraucht. Der DJ hatte mit seinem "Macarena-Coco-Jambo-Potpourri" die Massen unter Kontrolle, der Mob brodelte und das Bier floß in Strömen. Alles wurde getan, damit sich die werten Gäste nicht langweilten.
Nur mit dem Getränk "Weinschorle" hatte man dort so seine Probleme. Bei einem Preis von 5 Mark für ein Senfglas voll mußte unser Präsi schon sehr bedächtig trinken, um nicht schon vor der Sperrstunde Bankrott anzumelden.
Der Rhönhimmel zeigte seine erste Morgenblässe, da fielen die letzten unserer Reisegruppe müde und zufrieden ins Bett.
Der Samstagmorgen stand ganz im Zeichen der Indianer. Noch etwas bleich im Gesicht nahmen wir am Animationsprogramm "Auf Winnetous Spuren" teil. Alle Gäste, die bei "Knacki’s Showtime" gemeldet hatten, durften an diesem kulturellen Ereignis teilnehmen. Wir auch. Es zogen, wie bei einer Prozession, über 300 Leute durch den Wald. Ziel war ein kleiner See, passend "Silbersee" genannt. Dort erhofften sich unsere Junggesellen auch endlich ihren Schatz zu finden. Ihre Mühe war jedoch vergeblich. Diese Art von Animation war letztendlich nicht von unserer Welt, und so beschloß ein Teil der Truppe sich abzuseilen um dem organisierten Frohsinn zu entrinnen und diese schöne Gegend zu Fuß zu ergründen. Was eigentlich als kleiner Spaziergang vorgesehen war, entwickelte sich zu einer ausgedehnten Wanderung. Gut und gerne 15 Kilometer waren Bernd, Zahni, Uwe und Gogo gewandert.
Die herbe Schönheit der Rhön hatte die vier Ausreißer fasziniert. Am Abend dann wieder "Schapoklak". Was denn sonst. Als Alternative dazu: Tanz in den Sonntag. Mit Live-Kapelle. Hier erwiesen sich Jo und Präsi als absolute Spitzentänzer. Ihre Tanzpartnerinnen ließen sich führen und erlebten ein außerirdisches Tanzvergnügen. Der hohe Kalorienverbrauch wurde infolgedessen mit ebenso hoher Einnahme von Flüssigkeit ausgeglichen.
Die Rückfahrt fand bei geöffneten Fernstern statt. Das Bayerische Hefeweizen hatte nun den Darmtrakt erreicht. Auf halber Strecke erwiesen wir dem Kaellmann unsere Reverenz. In Neckarsulm machten wir Halt um im Vereinsheim der Tischtennisspieler zu speisen und die berüchtigten Weißherbstschorle zu testen. Kaffee gab’s dann bei einer netten schwäbischen Braut. Kaellmann hatte für kurze Zeit wieder ein Heimspiel.
Die Zweite im Sporthotel, ein gelungenes Experiment.
Info Rhön-Park-Hotel
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