Die ESV-Handballer beim Rafting auf dem Inn - 1992
(von Gottfried Dittrich)

Saisonabschluß der ersten Mannschaft. Kurz entschlossen wurde über den "Stadtanzeiger" eine Rafting-Tour auf dem Inn gebucht. Und so fuhr man mit dem Bus nach Haiming in Tirol, dem Mekka des Raftings und der Wildwasserfahrer. Ankunft in bester Stimmung, dafür sorgte schon die Bordküche.
Dann wurde es ernst. Einkleidung: Schuhe und Anzug aus Neopren, Spritzschutzjacke, Schwimmweste und Helm. Nicht zu übersehen: Hänf im lila Helm. Die engen Neoprenanzüge decken jede Rundung des Körpers schonungslos auf. Und vor allem, kein Entkommen für Fürze. Auf der Fahrt nach Imst, dem Ausgangsort der Tour, mußte jeder unterschreiben, daß er nüchtern ist und nicht unter Drogen steht. Jeder hat unterschrieben.
Vor dem Start, Einweisung durch die muskelbepackten Bootsführer von Veranstalter "Faszinatour". Dann ging's los. Drei Schlauchboote, prall gefüllt, mit abenteuerhungrigen Besatzungen. Vor uns lagen 17 Kilometer mit Stromschnellen bis zum Schwierigkeitsgrad 3. Gleich zu Beginn, Plichtsprung ins acht grad warme Wasser. "Zum Kennenlernen", sagt unser Bootsführer. Für manch einen von uns gerade die richtige angenehme Wassertemperatur. Und so ließen sie sich auf dem Inn treiben und wollten gar nicht mehr ins Boot zurück, speziell Daniel, die Wasserratte.
Doch Achtung! Erhöhte Aufmerksamkeit. Die erste Stromschnelle. "Vorwärts", brüllt unser Bootsführer. Gemeinsam ist unsere Besatzung stark. Im Rhythmus stechen die Paddel in den aufgewühlten Fluß und beackern die Wellen. "Und hopp, und hopp, und hopp". Patrik, der Torwart, fuchtelt mit seinem Paddel hektisch durch die Luft und haut Gogo die Brille vom Gesicht.

Geschafft! Zwischendurch immer ein Paar ruhige Abschnitte. Zeit zur Erholung und Zeit für ein Paar Geschicklichkeitsspiele. Doc Herrmann und Präsi Martin stehen wie eine Eins auf der Wulst von Heck und Bug. Hochkarätiger Stunt. Im anderen Boot will der "Katamaran" einfach nicht klappen. Acht wackere Paddler fallen ein ums andere Mal ins Wasser, nach wie vor acht Grad plus. Künstlerpech. Die nächste Stromschnelle. Alles geht sehr schnell. Das Boot richtet sich fast senkrecht auf, wird zum Spielball der Wellen. Die Steuerleute Andreas und Thilo scheinen zu schweben. Ihre Füße sind gottlob mit einer Schlaufe im Bootsinneren verbunden. Und zack! Das Schlauchboot fällt wie ein Brett auf die tosende Strömung.
Wieder geschafft! Gott sei Dank ist niemand über Bord gegangen. Nicht auszudenken. Denn der Inn kennt kein Pardon, erst recht nicht bei Handballern und Schutterwäldern. Schon öfters hat er manchen Rafter nicht mehr hergegeben. Hänf lacht ununterbrochen. Oske schaut ihn entgeistert an. Bald sind wir am Ziel, begleitet vom ständigen Störfaktor "Bremsum austrialis penetrantis" (dt.: nervende österreichische Flußbremme), die auf Teutonenblut besonders scharf ist.
Die eindreiviertel Stunden vergehen wie im Flug. Das Ziel in Haiming ist erreicht. Ein Schnaps vom Veranstalter ist der Lohn aller Anstrengungen. Also dann im nächsten Jahr auf dem Colorado River im Grand Canyon.

Info Rafting auf dem Inn

Akt 1: Einkleiden, auch wenn die Wampe noch so drückt
Akt 2: Eine Bootsfahrt, die ist lustig
Akt 3: Alle Rafter wohlbehalten im Ziel, darauf erst einmal ein Schnaps
Akt 4: Boxenstopp im bayerischen Biergarten

 
Zurück zur Startseite