An einem beifallheischenden Donnerstagmorgen starteten wir gehörig zu spät, weil Matthias uns aufgrund plötzlich eintretender Übelkeit nicht begleiten konnte. Vor uns stand ein verlängertes Wochenende am Lago Maggiore um unseren Mannschaftsgeist mal wieder ein wenig aufzufrischen. Übrig geblieben waren nach dem Ausfall unseres Trainers lediglich Sven, Willi, Moppes und meine ansprechende Wenigkeit.
Unser Transportmittel war ein alter, sehr gemütlicher Campingbus, auf den später noch ein wenig zu sprechen sein wird.
Nach der Grenze bei Basel erklärte Willi zur Freude der drei Übrigen, es würde ihm nichts ausmachen die ganze Strecke zu fahren. Dies veranlaßte uns erst einmal einen Schluck auf den Fahrer zu nehmen und bei diesem Getränk zu bleiben. Moppes wiederum brachte es fertig mit einem nicht zu verachtenden Anteil Flüssigem von Zeit zu Zeit seine Kleidung zu tränken. Nach vielen Stops, bedingt durch die permanente Einnahme von Flüssigkeit, bei etwas Schnee und nach einer auf der Autobahn zum Trocknen aufgehängte verlorene Hose, kamen wir endlich auf dem Campingplatz in Cannobio am Lago Maggiore an. Dort verbrachten wir einen kalten, aber gemütlichen Abend.
Am nächsten Morgen wurde ich vom Duft des Frühstücks geweckt, das Sven liebevoll für uns zubereitet hatte. Es gab Eier mit Zwiebeln und zerstochene Merguez. Nach dieser harten Prüfung fuhren wir 30 Kilometer, um zu tanken. Von diesem Tag erinnere ich mich recht wenig, da mir die selbstauferlegten Strapazen des Vortags sämtliche Frische geraubt hatte. Am Abend kamen Matthias, Patrick und Marcus und brachten neuen Schwung, und vor allem neue Musik-Kassetten. Hatten wir doch zwei Tage nur ein und dieselbe gehört, was ziemlich auf die Nerven ging.
Der Samstag war ein ziemlicher Schweinehund. Er entlockte uns mit seinem endlich mal einigermaßen schönem Wetter den Entschluß, die Gegend mit den Autos ein wenig zu erkunden. Wir genossen nichtsahnend die wunderschöne Landschaft, fuhren immer weiter ins Gebirge, wo in einem romantischen Bergdorf Patrick’s Ford, der sich auch als Schweinehund entpuppte, total überhitzte und schließlich den Geist aufgab.
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Patrick gab daraufhin seine Selbstachtung auf und hätte fast geweint. Nach einigen Selbsthilfeversuchen blieb uns nichts anderes übrig, als wieder herunterzufahren, um eine Werkstatt aufzusuchen. Patrick und Marcus fuhren voraus, Willi, Sven, Moppes und ich hinterher. Doch auch wir kamen nicht weit. Nach etwa zehn Minuten bergab ärgerte sich unser Bus dermaßen über das Gewicht unseres Linksaußen, daß das linke Radlager brach. Damit hätte er allerdings noch eine halbe Stunde warten können, denn wir befanden uns fast 20 km von der nächsten Werkstatt entfernt.
Der Bus stand dem Tag und dem Ford von Patrick also in nichts nach. Also mußten Sven und ich laufen, denn das vorausgefahrere Auto war schon über alle Berge. Nach einer Stunde Fußmarsch wurden wir von zwei sehr netten, doch im Gemüt sehr einfachen Schwaben mitgenommen.
Der Chef des Campingplatzes organisierte uns einen Abschleppwagen, inclusive Ersatzteil und dem dazugehörigen Mechaniker. Dieser Zwischenfall ließ aber die Stimmung nicht verderben und wir verbrachten einen weiteren sehr lustigen Abend auf dem Campingplatz, der immer wieder durch Gäste aufgelockert wurde, die uns durch ihre bloße Anwesenheit erheiterten.
Am Sonntag schafften es Marcus und Patrick - Schutterwälder haben bekanntlich einen Sinn für’s Technische, den kaputten Ford provisorisch zu reparieren, und wir fuhren mit demselben und Sven nach Hause. Matthias, Moppes und ich mußten den Zug nehmen, da der Bus erst am Montag repariert werden konnte. So mußte Willi also noch einen Tag dranhängen und alleine nach Hause fahren.
Wer einmal fährt, fährt immer fort, auch wenn er niemand hat an Bord.
Es war ein unvergeßlicher Urlaub.
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