Die Dritte in der Ardeche - 1992
(von Lothar Festerling)

Ein Teil der dritten Mannschaft weilte über das verlängerte Wochenende von Christi Himmelfarht zum Kajakfahren in den Gorges de l'Ardèche.
Und vor allem: Die Geschichte des Kanusports sollte neu geschrieben werden!
Nach genau 720 Kilometern Fahrt erreichten wir den FKK-Campingplatz "Camping des Templiers" im bekannten Wildwasserdomizil. Wer es sich leisten konnte, ging "unten ohne". Nachdem wir unter drei Zeltplätzen ausgewählt hatten, schlugen wir die Zelte auf. Doch unser Präsi Martin und unser Mäzen Rolf entdeckten ein noch besseres Plätzchen, das schließlich allen gefiel. Nach dem mühevollen Aufstellen der Zelte mußten wir uns mit einem Willkommensdrink stärken und begaben uns zum interessanten Teil des Flußlaufs, einem großen Felsen mitten im Fluß.
Viele der dort vorbeifahrenden Kanuten konten sich nicht entschließen, ob sie den Weg links oder rechts um den Felsen nehmen sollten. Und so begaben sie sich in die Hände der Strömung und wählten die Mitte. Wir ergötzten uns an ihrem Leid (oder Unvermögen) und überlegten, wie wir es besser gemacht hätten. Respekt bekamen wir allerdings doch. Am nächsten Tag war es dann soweit. Die 30 Kilometer Kanufahrt stand bevor. Doch Petrus meinte es nicht gut mit uns. Es regnete in Strömen und vor der Abfahrt mußten wir noch einen Plattfuß an Rolfs Renommierauto beheben. Dann war es soweit.
Von oben war's naß, und von unten sowieso. Es gab an diesem Tag wenig Strömung und die 30 Kilometer entpuppten sich als gewaltige Strecke. Den Felsen, der uns allen etwas Muffensausen bereitete, bewältigten wir ohne große Probleme. Doch dann kam das, worauf wir wir alle gewartet hatten: "Mann über Bord". Trapper Willi stürzte sich todesmutig in die Fluten um Kollege Manfred vor dem Ertrinken zu retten. Was ihn allerdings zu diesem Entschluß kommen ließ wissen wir heute noch nicht so richtig. Es tat der Stimmung allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil, es gab etwas zu lästern. Schließlich bewätigten wir die Strecke ohne große Probleme.
Obwohl die Sonne in den folgenden Tagen abwechselnd mit Wolken und Regen ihre Aufwartung gab, gestalteten wir die Tage und Abende (mit viel Rouge) in geselliger Runde. Die Abende waren ziemlich lang, und am Lagerfeuer wurden die Geschichten und Legenden für unsere Enkelkinder geboren. Die Strömung wurde zu einem gefährlichen Strudel, die nicht gefangenen Fische zu riesigen Brummern, unser Kopf immer schwerer und die Mädels zu Hause zu Abbildern von Claudia Schiffer.
Nach drei schönen, aber nassen Tagen mußten wir die Heimreise antreten. Den Abschluß gestalteten wir im Dorfe unserer sportlichen Rivalen, nämlich in der "Krone" in Hofweier und freuten uns auf ein nächstes Mal.



 
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