Hannes Herrmann: mit High Five auf der Erfolgswelle

Hannes Herrmann, Jahrgang 1989, ist einer von jenen typischen Handballern, die für den ETSV Offenburg spielen. Er wohnt in der Oststadt, gefühlte 530 Meter von der Schiller-Halle entfernt, ging auf das Gymnasium (Abi 2008) und ist musisch vielseitig. "Mens sana in corpore sane" würde der Lateiner sagen: "ein gesunder Geist in einem gesundem Körper". Nachdem er Lothar Festerlings Handballschule durchlaufen hatte, stabilisierte er sich auf seinem zweiten Standbein, dem Gesang. Mit vier seiner ehemaligen Schulkumpels wurde die a cappella Gruppe HIGH FIVE (www.highfiveacappella.de) im Jahr 2006 gegründet. Seitdem geht es steil bergauf, was man vom Offenburger Handball nicht im selben Maße behaupten kann. Jüngst die zweite CD "Dreh die Boxen auf" und ein prall gefüllter Tournee-Kalender. An Handballspielen war zur Saison 2010/11 nicht mehr zu denken - mit seltenen Ausnahmen (drei Spiele in der Zweiten und ein Spiel in der Ersten). Am 20. und 21. Mai steht nun der Ritterschlag bevor: Zwei Konzerte von HIGH FIVE in der Oberrheinhalle Offenburg. Das schaffte zuvor keine Offenburger "Musik-Formation". Ihr neues Programm "Mundesjugendspiele" wird vorgestellt. The Show goes on.

Webmaster: Singender Sportler oder sportiver Sänger?
Hannes Herrmann: Eher sportiver Sänger. Die Musik steht ja bei mir momentan im Vordergrund, wobei ich nach wie vor versuche, mehrmals in der Woche Sport zu machen, was auf Tour nicht immer ganz einfach ist.

Webmaster: Wie bereitet man sich in Sachen Fitness auf einen Auftritt vor?
Hannes Herrmann: Man muss vor Konzerten nicht nur die Stimme, sondern auch den Körper aufwärmen. Wir laufen uns zwar nicht ein, in Sachen Dehnübungen benutzen wir aber tatsächlich einiges, was wir aus dem Handballtraining kennen.

Webmaster: 58. Minute im Handballspiel oder 115 Minute beim Live-Auftritt, wo liegt der physische und psychische Unterschied?
Hannes Herrmann: In engen Spielen steigt ja gegen Ende gerne mal die Aufregung. Bei einem Live-Auftritt ist das genau umgekehrt, da hat sich die Nervosität und Anspannung bis zur 115. Minute in der Regel schon wieder gelegt. Die rein physische Anstrengung ist in einem Handball-Match - sei es auch in der Kreisklasse A - doch noch etwas höher, wobei ich sagen muss, dass unser neues Programm durch viele neue (sportlichere) Choreografien wesentlich anstrengender geworden ist.

Webmaster: Zweimal Training im Handball, wie oft wird dagegen geprobt?
Hannes Herrmann: Wenn wir nicht auf Tour sind, sehen wir uns zwischen 8 und 10 Mal in der Woche zur Probe.

Webmaster: A cappella Gruppe, ein Mannschaftssport?
Hannes Herrmann: Kann man so sagen. Mit dem Unterschied, dass sich niemand von uns zur Halbzeit auswechseln lassen kann, wenn er einen schlechten Tag hat.

Webmaster: Im Februar ward ihr zum ersten Mal im TV (ZDF-Morgenmagazin), eine andere Welt?
Hannes Herrmann: Es war natürlich sehr spannend, direkt in der Produktion dabei zu sein, trotzdem war das Gefühl bei unserem Auftritt gar nicht so anders als sonst auch. Man singt eben nicht zum Publikum, sondern in die Kamera.

Webmaster: wie schwört ihr euch vor einem Konzert ein, mit einer "dreifachen Granate" wohl nicht!
Hannes Herrmann: Nein, aber so ähnlich! Wobei "Granate" auch nicht schlecht wäre. Ich werde das intern mal anregen…

Webmaster: Zukunftspläne wie bei Lena Mayer-Landrut, oder wie bei den Wise Guys?
Hannes Herrmann:Ich kenne zwar weder die Zukunftspläne von Lena, noch die von den Wise Guys, aber wir werden natürlich erst einmal weitermachen und versuchen, so viele Leute wie möglich von unserer Musik zu begeistern.

Das Interview führte Gottfried Dittrich

 

Hannes Herrmann (ETSV II)

High Five Live - Hannes (ganz rechts)

High Five 2011

Hannes live