Abteilungsleiter Malte Herrmann und sein erster Halbmarathon

Am 4. Mai war es soweit. Abteilungsleiter Malte Herrmann (46) bestritt seinen ersten Halbmarathon. Hier beschreibt er Vorbereitung und Premiere.

2 Stunden laufen. 21,5 Kilometer. Vor anderthalb Jahren für mich undenkbar und auch kaum mit dem Wort "Spass" in Verbindung zu bringen. Aber im November 2002 begann ich mein regelmässiges Lauftraining. Jeden Morgen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, laufe ich mir in 35 bis 40 Minuten die Müdigkeit aus den Knochen. Was mit einem 3,5 langen Rundkurs entlang der Kinzigtalbahn und durch Ortenberg begann, hat sich mit der Zeit und zunehmender Kondition zu einem 6,5 km Kurs entwickelt. Und da man während des lockeren Dahintrabens genügend Zeit zum Nachdenken und Planen hat, nährt man sich in Gedanken dem Mount Everest des klainen Mannes: dem Marathon.
Wie gesagt, in Gedanken. Da ich im Dezember 2002 die Anmeldung zum Weihnachtslauf Durbach - Strasbourg verpasst hatte, stand zu Jahresbeginn fest, wenigstens an einem Halbmarathon teilzunehmen. Im April las ich von der "Course de Strasbourg", der vom Startbeim Europaparlament über die Rheinbrücke, dann entlang des Rheindamms und durch Kehl wieder zurück zu den Messehallen führen sollte. Spontan habe ich mich angemeldet, was unmittelbar zur Trauinings- und Ernährungsverschärfung führte.

Und dann war es soweit. Der erste offizielle Wettlauf meines Lebens sollte am 4. Mai stattfinden. Etwa 850 Läufer aller Leistungs- und Altersklassen fanden sich bei strahlendem Sonnenschein an der Startlinie ein. Mein Ziel, nämlich die Distanz in weniger als zwei Stunden zu bewältigen, fand sich in Form von errechneten Ziel-Zwischenzeiten auf meinem linken Unterarm wieder. Vom Start weg bemühte ich mich, in der Nähe des Zwei-Stunden-Führungsläfers zu bleiben. Besser gesagt, ihm voraus zu laufen. Bis Kilometer 10 lief ich einen Vorsprung von fünf Minuten auf meine errechnete Zeit heraus, was sich für den Rest der Distanz als bitter notwendig erwies. Ab diesem Zeitpunkt wurde Kehl immer grösser und Strasbourg immer entfernter! Ich musste feststellen, dass es ein erheblicher Unterschied ist, zwei Stunden ohne Kilometerkontrolle im Training zu laufen - dabei geht es mehr ums Durchhalten als das Erreichen einer Zielzeit - oder aber in einem Wettkampf ein, wenn auch selbstgesetztes Ziel zu erreichen.
Die letzten fünf Kilometer waren dann wirklich schwer. Aber die anderen Läufer und auch die anfeuernden Zurufe der an der Strecke verteilten Zuschauer liessen mich die Gedanken ans Aufhören beiseite schieben. Man kann an einem Sonntag sicherlich viele andere Dinge unternehmen, die vor allem weit weniger anstrengend sind und ein geringeres Mass an Überwindiung erfiordern, Aber eines ist sicher, nichts ersetzt das Gefühl, durchs Ziel zu laufen und auf der Uhr zu lesen: 1:58:13 Stunden!

 

 
 

Malte Herrmann bei der "Course de Strasbourg"
 
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