ETSV Offenburg - SV Zunsweier: 39:41 (16:18)


Derbys gegen den SV Zunsweier hatten in jüngster Vergangenheit fast immer den Reiz des Besonderen zu bieten. Es fielen stets reichlich Tore und bis auf wenige Ausnahmen standen die ETSV-Handballer mit leeren Händen da und haderten mit dem Schicksal. Und meist spielte Nico Vollmer Schickasl, der auch in diesem Derby einmal mehr nach Belieben traf. Und dies obwohl sich die ETSV-Abwehrspieler sich stets vornahmen seine verdeckten Würfe zu unterbinden. Auch nach dem irren Spiel am Sonntagnachmittag, bei dem 80 Tore fielen, sah man nichts Neues. Vollmer hatte 16 Mal getroffen, die Gelb-Blauen 39 Treffer erzielt und dennoch mit 39:41 veloren. Die zahlreichen Zuschauer in der Schillerhalle sahen ein spektakuläres Spiel an dem es an nichts fehlte. Und nach dem Schlusspfiff trauerte die Nimke-Sieben jenen klaren Torchancen im halben Dutzend nach, die vergeben wurden und den Unterschied ausmachen sollten. Dabei begann das Derby eher gemächlich. Nach acht Minuten stand es lediglich 2:2. Das 3:2 und das 6:5 waren die letzten Führungen der Offenburger. Remis stand es zuletzt beim 16:16 kurz vor der Pause, in die Gäste mit 18:16 gingen. Schon die erste Halbzeit deutete an, dass man Vollmer zuviele Freiheiten gewährte. Als dieser beim 12:13 (23. min) aus der Sicht des ETSV verletzt am Boden lag und den Rest der 1. Halbzeit behandelt wurde, hatte er bereits 10 Treffer erzielt. Der ETSV agierte im Angriff variabel wie immer, erzielte immer wieder sehenswerte Tore, doch aus dem sonst gefürchteten Rückraum kam zu wenig Zählbares. Ein gut aufgelegter Härdle allein war zu wenig. Nach dem Seitenwechsel schien sich vorzeitig die Heimniederlage des ETSV anzubahnen. Als in der 50. Minute die Gäste mit 35:30 führten, glaubte wohl niemand mehr im ETSV-Fanlager an eine Wende. Bis zu diesem Zeitpunkt war Zunsweier tonangebend, angetrieben vom 18jährigen Dennis Haas. Dieser hochtalentierte, vom Wuchs eher unscheinbare Spieler, liess ein ums andere Mal die Offenburger Abwehr schlecht aussehen. Entweder er war zu schnell, oder die Abwehr zu passiv. Jedenfalls standen bei ihm 12 Treffer auf seinem Konto. Doch urplötzlich leitete ein kollektiver Ruck der ETSV-Sieben zehn Schlussminuten ein, die man schon lange nicht mehr erlebt hatte. Binnen vier Minuten hatte die Nimke-Sieben den 35:36-Anschluss geschafft. Zunsweier erzielte wiederum drei Treffer in Folge (35:39), ehe die Gelb-Blauen wiederum zum 38:39 sowie zum 39:40 verkürzten. Der ETSV hatte zudem noch in Ballbesitz eine Minute Zeit um den aufgrund der irren Aufholjagd den verdienten Ausgleich zu erzielen, doch Matthias Vogt traf von Aussen nicht, und so hatten die Gäste leichtes Spiel um sich den Auswärtssieg nach diesem verrückten Spiel zu sichern.
ETSV: Schendekehl, Schaudt – O. Pfeiffer (13/11), Härdle (7), Wagner (4), Hummel (1), Schweickhardt (5), P. Pfeiffer (6), Demeusy (1), Vogt (2), Königer, Sprengel, Martens

ETSV-Bericht im OT